vor einigen Wochen erhielt ich die Nachricht, dass die Anzeige, die Sie gegen mich erstatteten, eingestellt wurde. Damit war zu rechnen, denn ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen und Sie selbstredend auch nicht bedroht. Dennoch komme ich nun der Forderung, die Sie an die Anzeige knüpften, nach. Warum, möchte ich Ihnen gerne erklären.

Weil ich schlicht und ergreifend kein Arschloch bin. 

Nach meiner Promotion habe ich den Kontakt zu Ihnen gesucht. Ich schrieb Ihnen damals in einer Mail, dass Ihre fortwährenden Angriffe während meiner Schulzeit bis heute nachwirken und dass ich sehr hoffe, sie seien nun – nicht mehr nur als Lehrkraft, sondern als Schulleiter – besser in der Lage, Schutzbefohlene positiv zu begleiten statt ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Ich berichtete in meiner Mail von verschiedenen Ereignissen, zu denen ich hoffte, eine späte Stellungnahme zu erhalten. 

Sie hatten also einen direkten Kontakt zu mir.

Dass Sie über eine eher humoristische Äußerung hier im Blog derart gestolpert sind und sich in der Folge außer Stande gesehen haben, mich persönlich zu kontaktieren, sagt weniger über meine Bemerkung aus als über Sie. Dass Sie den Weg einer Anzeige genommen haben, weil Sie sich ärgerten, dass der völlig unbedeutende Beitrag einer Bloggerin auf google so hervorragend gefunden wird: Was soll ich dazu sagen?

Ich habe Ihren Namen sowie das Stichwort gelöscht, ohne dass Sie mich darum baten und ohne eine Entschuldigung Ihrerseits für die hässliche Behandlung eines jungen Mädchens, die bis heute ihre Spuren hinterlassen hat. Aus dem einzigen, schlichten, oben genannten Grund.

Es wird ein paar Wochen dauern, bis google komplett vergessen hat, dass es den Beitrag in dieser Form gab. Das Netz vergisst eben doch manches. Eine Lehrkraft offenbar auch, was sie sagte und tat. Die Seelen von Schülerinnen und Schülern vergessen leider sehr viel seltener.

Mit den besten Grüßen und guten Wünschen für die Zukunft

J.S.