juna im netz

Das Netz ist das, was Du draus machst

In eigener Sache

Für einen Teilzeitpazifisten

“Muss ich mich fürchten?

Nein, nicht so jemand wie Du.”

aus: Rendezvous mit Joe Black

Als ich vergangenen Samstag morgen von Deinem völlig überraschenden Tod las, fiel mir eine der letzten Szenen aus “Rendezvous mit Joe Black” ein. Der Tod nimmt Unternehmer Bill Parrish mit auf dessen letzte Reise. Und gibt ihm zu verstehen, dass für Menschen wie Bill nichts passieren wird, das uns Angst einjagen sollte. Mir gefällt es, mir vorzustellen, dass der Tod das Gleiche zu Dir gesagt hat.

Mein Verbündeter, mein Mitstreiter und Mit-mir-Herum-Streiter, mein Online-Freund der ersten Stunde, mein Bruder im Geiste. Ein offener, ewig suchender Verstand. Feste Überzeugungen gepaart mit der Bereitschaft, ständig einfach alles zu hinterfragen – am meisten sich selbst. Und so viel Liebe für die Menschen, manchmal wieder besseren Wissens. “Jeder ist ein Arschloch auf seine eigene Weise” sagtest Du einmal. Hat Dich nie davon abgehalten, uns allen jede Menge Chancen einzuräumen, es morgen wieder besser zu machen.

Du warst und bist Teil meines Lebens, Teil dieses Blogs, wichtiger Teil einiger Initiativen, die ich begleitet habe oder ins Leben rief. Ob wir mit dem Teamschnipsflausch liefen oder Hilfe für zeitschlag organisierten: Du hast gegeben, geteilt, mitgelitten und aus vollem Herzen unterstützt. Zu sagen, dass Du fehlen wirst erscheint mir lahm. Manchmal triffst Du einen Menschen und weißt einfach, egal wie alles weitergeht: Du wirst Dein Leben lang an ihn denken. So ist das bei Dir.

Was war das, was Du da jedes Jahr am Geburtstag Deines Bruders trankst? Whiskey? Sitzt Ihr jetzt gemeinsam am Tisch, haltet Euch die Hände und erzählt von der Zeit, die ohne ihn in diesem Leben vergangen ist? Falls es auch für mich so etwas wie ein Jenseits gibt, dann würde ich mich über eine Einladung an Euren Tisch freuen – in für mich ferner Zukunft, bitte. Für Euch spielt die Zeit ohnehin keine Rolle mehr, da könnt Ihr großzügig sein.

Grüß Chris von mir. Und Hannes. Und Frank. Und all die anderen, für deren Freundschaft ich zu danken habe. Sei unbesorgt: Viele Deiner Spuren von Liebe werden ein Leben lang reichen.

In Gedanken bin ich bei Deiner Familie. Deine Frau, Deine Kinder und ich haben uns leider nicht persönlich kennengelernt. Ich wünsche ihnen, dass sie die Kraft für die kommenden Monate finden und genügend Unterstützung haben. Susanne hat uns alle gebeten, ein wenig zum Finanziellen beizutragen. Das mache ich gerne von Herzen und bitte auch alle anderen darum. Außerdem würde ich gerne unter #DankefuerdenSteffen ein paar Erinnerungen teilen. Vielleicht hat jemand Lust, mitzumachen, damit wir einen Twittermoment daraus machen können. Der hashtag ist eine kleine Referenz auf Douglas Adams. Erschien mir irgendwie passend.

Mach’s gut, und Danke für Dich. Für Deine Freundschaft, Deinen Mut, Deine Wärme und Deine klugen Gedanken.

  1. Bella

    Ich sitze hier und weine. Danke für diese Zeilen. 2015 durfte ich Steffen und seine Frau Anne persönlich kennenlernen. Zwei so intelligente und besondere Menschen. Steffen wird ewig in meiner Erinnerung bleiben, als Mensch der keine Grenzen kannte und sich selbst und die Welt so oft hinterfragte.

  2. Danke für diese schöne Würdigung! Ich kenne Steffen seit dem Barcamp Hamburg 2013. Passenderweise trafen wir uns bei einem Wein-Tasting, aus dem sich sofort ein toller Freundeskreis entwickelte, den ich gern meine “Genießer-Selbsthilfegruppe” nenne. In die Trauer über seinen Tod mischt sich die Freude darüber, so viele schöne und inspirierende Momente mit Steffen verbracht zu haben.

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Credits: Danke an Anders Norén für das Theme

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